Das beherrsch-mich Fetisch Lexikon

 

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Artikel mit K

- Kaviar (KV)

- Keuschheitsgürtel

- Klistier

 

Kaviar (KV) 

KV oder Kaviar ist ein euphemistischer Begriff für Kot beziehungsweise Spiele damit. Häufig wird KV als Doppelbegriff mit NS, also Natursekt, einem anderen Wort für Urin, verwendet. Es wird dann von einer Vorliebe für KVNS oder NSKV gesprochen.

Eventuell schwingt bei dieser Begriffsgebung im Ursprung auch etwas Ironie mit, da Sekt und Kaviar ja abseits des BDSM Kontext als besonders feine und hochwertige Gourmet-Lebensmittel empfunden werden, die eher zu besonders feierlichen Anlässen konsumiert werden. Wenn aber davon die Rede ist, dass zum Beispiel eine Domina ihrem Sklaven (Natur)Sekt und Kaviar spendet, könnte man ohne Spitzfindigkeit behaupten, dass die Appetitlichkeit ad absurdum geführt wird.

Allerdings ist zu erwähnen, dass eine Vorliebe für Urinspiele nicht unbedingt auch eine Vorliebe für KV bedeutet, da letzteres auch innerhalb der BDSM Szene als relativ extreme Praktik bewertet wird. Synonyme für diese Präferenz sind Scatgames oder Dirty Games.

Wissenschaftlich wird die Vorliebe für KV als Koprophilie bezeichnet, wobei durch den Begriff lediglich die Erregung durch die Anwesenheit menschlicher Ausscheidungen definiert wird, nicht aber, ob dabei KV auf dem eigenen Körper oder dem des Partners verrieben wird, oder ob der Kot sogar in den eigenen Mund aufgenommen und gegebenenfalls heruntergeschluckt wird. (Im letzteren Fall würde man von Koprophagie sprechen.)

Auch da Beobachten der Defäkation eines anderen Menschen kann unter den KV Fetisch fallen.

Im ICD10 wird für die Vorliebe für KV der Code F65.8 vergeben, die Fixierung auf Exkremente also als krankhafte Störung der Sexualpräferenz eingestuft.

Wie bei Natursektspielen steht auch bei KV Spielen häufig der demütigende Aspekt im Vordergrund. Gleichzeitig aber schafft der Vorgang auch eine enorme Nähe zwischen den beteiligten Personen. Der Vorgang der Defäkation ist vielleicht der gesellschaftlich intimste, mindestens aber so privat, wie alle anderen denkbaren geschlechtlichen Handlungen. Der Sklave wird bei der KV Aufnahme im höchsten Maße degradiert. Er hat die Aufgabe, als sogenannte Human Toilet = Menschliche Toilette zu dienen und die Exkremente seiner Herrin herunterzuschlucken. Eine extremere Entmenschlichung ist kaum möglich. Dennoch – insofern er dem Prozess als Beobachter beiwohnen darf – sieht er, wie die von ihm überaus angehimmelte dominante Person sich vor ihm selbst beschmutzt, indem sie vor seinen Augen ihr Geschäft verrichtet. Dennoch steht ihre Selbst-Demütigung in in keinem Verhältnis zu der seinigen, denn niemand fällt so tief wie der Toilettensklave.

Dieses Spannungsfeld mag ein zusätzlicher Reiz am Spiel mit KV ausmachen. Vor allem für Männer, die (dominante) Frauen als unerreichbare und stark überhöhte, nahezu gottgleiche Wesen betrachten, bei denen etwas so profanes wie Ausscheidungsprozesse kaum im Bereich des tatsächlich Vorstellbaren liegen.

Eine Freud'sche Interpretation könnte auch sein, dass hier eine Regression, also ein Rückfall in frühkindliche Zeiten stattfindet. Eventuell als Kompensation verpasster Chancen, sich mit diesem delikaten Sujet an einem früheren Zeitpunkt der eigenen Biographie ausführlicher auseinanderzusetzen. Dabei kann KV auch als Sinnbild für das ungezügelte innere Kind gelten, das seinen niederen Trieben und Instinkten folgt und sich lustvoll mit seinen eigenen Ausscheidungen beschäftigt, ohne dabei von gesellschaftlicher oder elterlicher Zensur behelligt zu werden.

 

 

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